Wenn nachts ganze Wälder nieder gesägt werden: Was gegen Schnarchen hilft

Es hilft kein Wecken, kein Kopfkissen über die Ohren und selbst durch die Isolation von Ohrstöpseln kommen die Hartnäckigsten von ihnen hindurch: Schnarcher! Millionen Menschen raubt dieses Geräusch den Schlaf. Mehr als ein Viertel, fast die Hälfte der Menschen schnarcht regelmäßig, sagt die Fachliteratur. Doch was gegen das lästige Röcheln im Schlafzimmer tun? Welche einfache Hilfsmittel helfen und wann der Gang zum Arzt erfolgen sollte, zeigen die kommenden Zeilen.

Kein Alkohol und erhöhtes Schlafen für den Schnarcher

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Vom Leid Geplagte in der Nacht hoffen inständig, dass der letzte Rempler in die Rippen des Bettnachbarn nun die ersehnte Ruhe bringt. Doch meist ist das mehr Traum als Realität. Wer etwas gegen Schnarchen unternehmen will, muss das vor dem Zubettgehen tun. Es gibt einfache Tricks die bei leichtem Schnarchen schnell Abhilfe schaffen können.

Die Ursache des Schnarchens liegt in der Atmung durch den Mund. Bettnachbarn wird es freuen, dass ihr Schnarcher einfach zu entspannt ist. Die Mundatmung erfolgt häufig, wenn die Muskeln im Schlaf so sehr entspannen, dass der Kiefer nach unten sinkt oder wenn Gaumensegel und Zunge erschlafft die Nasenatmung verhindern. Die Luft im Mundraum bringt Gaumen, Zäpfchen und Zunge ins Schwingen – der Schlafende schnarcht in tiefster Entspannung. Geschwollene Nasenschleimhäute können diesen Effekt verstärken: Allergiker, vom Heuschnupfen Betroffene oder erkältete Personen können daher saisonal nachts schnarchen. Übergewicht fördert das Schnarchen ebenfalls, denn Fettreserven im Rachenraum verhindern auch eine Atmung durch die Nase. Alkohol vor dem Schlafen lässt die Muskeln ebenfalls weiter entspannen.

Wer also nicht mehr schnarchen will, sollte einfach abnehmen und auf Alkohol verzichten? Nicht ganz! Diese Maßnahmen können helfen. Aber oft reichen sie nicht aus. Es gibt einige Hilfsmittel, die das Leid im Schlafzimmer lindern können. Den Kopf in eine erhöhte Position zu bringen, kann das Anschwellen der Nasenschleimhäute verhindern. Ein sogenanntes Schnarchkissen oder speziell entwickelte Westen sorgen für vermehrten Schlaf in der Seitenlage, denn gerade auf dem Rücken Schlafende quälen ihren Partner lautstark. Mit sogenannten Schnarchbandagen wird das Absinken des Kiefers verhindert. Nasenstrips und -klammern sollen die Nase frei halten, Prothesen für das Gebiss verhindern, dass die Zunge den Luftweg versperrt. Ein Anti-Schnarch-Schaumspray aus der Apotheke verteilt einen Ölfilm auf den Gaumen, der das Schwingen verhindert. Was hilft, weiß der Betroffene nur durch Ausprobieren.
Achtung: Nasensprays für die Abschwellung der Schleimhäute sind keine Alternative, denn sie können einen Gewöhnungseffekt hervorrufen. Schlaf- und Beruhigungsmittel verstärken das Schnarchen.

Von technischen Hilfsmitteln und verschiedenen Operationen

In manchen Fällen kann das Schnarchen gefährlich werden – wenn Atemaussetzer entstehen. Die sogenannte Schlaf-Apnoe wird diagnostiziert, wenn zehn Atemaussetzer von mindestens zehn Sekunden Länge in einer Stunde auftreten. In diesem Fall ist die Muskulatur so erschlafft, dass die Zunge in den Rachen fällt. Der Betroffene bekommt keine Luft mehr – das Gehirn weckt ihn, setzt Stresshormone frei und das ganze geht von vorne los. Schlaf-Apnoe hat nicht nur Müdigkeit, Konzentrationsschwächen und Vergesslichkeit zur Folge, auch das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall steigt.

In diesen Fällen helfen die einfachen Mittel nicht mehr. Hier kommen CPAP-Geräte zum Einsatz: „Continuous positiv airway pressure“-Masken sind über ein Schlauch an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Ein leichter Überdruck unterstützt die Atmung und verhindert somit Mundatmung oder Atemaussetzer. Der Nachteil dieser Geräte ist, dass sie ebenfalls einen Geräuschpegel verursachen. Rund 30 Dezibel raunen dann durchs Schlafzimmer – die Lautstärke eines Alltagsgeräusches. Ebenso sind die Masken nicht billig und werden nur teilweise von den Krankenkassen übernommen.
Wer sich dauerhaft vom Schnarchen befreien will, kann dies nur durch eine Operation tun. Hier gibt es verschiedene Varianten je nach Ursache bei den Betroffenen. Am häufigsten wird die Operation des Gaumensegels durchgeführt, bei der Selbiges verkleinert oder entfernt wird, ebenso wie Mandeln, Polypen oder Zäpfchen. In einer ambulanten Operation können Kunststoffstifte eingesetzt werden, sie sollen das Rachengewebe stärken. Für diesen Eingriff kommen jedoch nicht alle Patienten in Frage. Weitere operative Eingriffe sind die Begradigung der Nasenscheidewand, die eine Nasenatmung verhindert sowie Beseitigung einer Kieferfehlstellung. Eine neuere operative Methode gegen das Schnarchen ist das Annähen des Gaumenzäpfchen an den Gaumen. So wird das lautstarke Schwingen ebenfalls unterbunden.

Schlaflabor und ärztliche Betreuung bei ernsten Gefahren

Schnarchen ist nicht nur lästig, sondern kann auch extrem gesundheitsschädigend sein. Wer den richtigen Weg finden will, kann sich ärztlich betreuen lassen. Ein Arzt untersucht die aktuelle Konstitution, Körpergewicht, Hals-Nasen-Ohren-Bereich und in speziellen Fällen auch Mund, Kiefer und Gesicht. Mittels Fragebogen kann der Partner in die Diagnose eingebunden werden. In Schlafzentren werden Protokolle über das Schlaf- und Schnarchverhalten in der Nacht erstellt und anschließend wird die passende Therapie begonnen. In den meisten Fällen übernehmen die Krankenkasse solche Kosten, ist der Verdacht hinreichend, dass ohne Behandlung eine weitere gesundheitliche Schädigung anhält.

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2 Kommentare

  1. Daniel Beier

    Ein Freund von mir schnarcht schon immer. Leider ist es mittlerweile so schlimm, dass auch schon Atemaussetzer entstehen. Nun will er sich über eine OP informieren. Ich hoffe, er kann dazu vom HNO-Arzt gut beraten werden und er kann bald wieder besser schlafen.

    Antworten
    • Sven

      Hallo Daniel, Deinem Freund alles Gute.

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